Kein alter Hut

In Lindenberg wirbelt ein Huttornado durch die Geschichte der Stadt und setzt  die Kopfbedeckung ins Zentrum eines modernen Museums

Arbeitsplatz einer Heimarbeiterin
Arbeitsplatz einer Heimarbeiterin

Was dran ist an der Überlieferung, kann man – so ist das nun mal mit guten Überlieferungen –nur noch schwer nachvollziehen. Und doch sind diese Überlieferungen oftmals identitätsstiftend für Menschen und Ort weit über die Zeit ihrer Entstehung hinaus. So auch bei der Geschichte vom Lindenberger Pferdehändler, der zu Beginn des 17. Jahrhunderts das weitere Schicksal Lindenbergs prägen sollte. Auf einer seiner Reisen nach Italien erkrankte er und musste den Winter jenseits der Alpen verbringen. Während seiner Genesung lernte er von seinen Gastgebern das Handwerk des feinen Strohflechtens  und des Hutmachens kennen und nahm das erlernte Wissen nach seiner Genesung mit zurück ins Allgäu.

Von den Anfängen der Hutproduktion in Heimarbeit über deren organisierte Zentralisierung bis hin zur maschinellen Fertigung nimmt Lindenberg teil am Weltgeschehen und der Industrialisierung. Aus „Klein-Paris“ (wie die Stadt zwischenzeitlich genannt wird) und dem Westallgäu werden an der Schwelle zum 20. Jahrhundert rund vier Millionen Hüte in die Welt versandt. Parallel dazu kommt die Welt nach Lindenberg: Telegraphie, Elektrifizierung und Bahnanschluss halten Einzug und verändern das Leben der Menschen.

Die Kulturfabrik, Zuhause des Hutmusuems Lindenberg
Die Kulturfabrik, Zuhause des Hutmusuems Lindenberg

Und so stehen denn auch "fleißige Heimarbeiterin, mutige Huthändler und mächtige Fabrikanten" im Zentrum der Ausstellung des Deutschen Hutmuseums, das 2014 in der ehemaligen Hutfabrik "Ottmar Reich" eröffnet hat. Hutmode, Produktion und regionaler Historie sind die drei Fixpunkte, die das Haus miteinander in Bezug setzt. Herstellungsverfahren und -abläufe bei der Fertigung von Stroh- und Filzhüten sind Thema der ersten Ebene, einen Stock darüber "dreht" sich nicht nur sinnbildlich alles um den Hut in seinen verschiedenen Formen: Ein "Huttornado" wirbelt Hutmodelle aus drei Jahrhunderten durch den Raum, Exponate und Fotografien zeigen die stilistischen Veränderungen der Kopfbedeckung im Lauf der Zeit. Und immer werden Anknüpfungspunkte zu den handelnden Personen  geliefert, der Bezug zwischen Mensch und Hut wird stets gesucht und gefunden. Wer mag, darf sich im Hutflechten üben, sich im Rampenlicht mit seinem Lieblingsmodell fotografieren lassen oder im Fabrikkino auf eine Reise durch die Geschichte begeben.

Hutanprobierstation
Hutanprobierstation

Seit der Eröffnung werden im Museum Tickets, Führungen und Shopartikel über das Besuchermanagement-System von Visitate verkauft. "In Lindenberg befinden sich das Kulturamt mit Touristinformationen und das Deutsche Hutmuseum unter einem Dach. Um beiden Institutionen gerecht zu werden, kam nur ein multifunktionales Managementsystem in Betracht, dass sowohl die Belange eines Museums (in unserem Falle das Deutsche Hutmuseum) abdeckt, als auch die des Kulturamts Lindenberg." so Katharina Wiemer, Leiterin des Musuems. Über einen internen Onlinehshop können die Mitarbeiter:innen bei telefonischen Führungsbuchungen schnell das gewünschte Angebot und die Zahlungsart auswählen. Im Anschluss erhält der oder die Gesprächstpartner:in dann ihre Bestätigung per Mail. An den beiden Touchkassen findet der Ticketverkauf vor Ort statt und lassen sich die Produkte aus dem Museumsshop bezahlen.

Eine Mitarbeiterin am Empfang der Kulturfabrik erklärt: "Mit dem Modul Merchandise können wir unseren Museumsshop einfach und übersichtlich verwalten. Neue Artikel können schnell und unkompliziert angelegt werden, alle Wareneingänge und Warenausgänge können sofort erfasst werden und wir haben jederzeit den Überblick über unseren aktuellen Warenbestand. Der Verkauf vor Ort über unsere Touchkassen funktioniert reibungslos."


Die moderne Präsentation und Wissensvermittlung im Deutschen Hutmuseum überzeugt nach knapp zwei Jahren seit Eröffnung nicht nur die Gäste: Visitate freut sich mit dem Deutschen Hutmuseum über die Verleihung des Bayerischen Museumspreises 2015 an das Haus und eine Nominierung für den European Museum Award.

Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung des Deutschen Hutmuseums Lindenberg; Einzelnachweise: "Huttornado" und "Anprobierstation": Daniel Stauch / "Arbeitsplatz einer Heimarbeiterin": Thomas Gretler / "Die Kulturfabrik, Zuhause des Hutmusuems Lindenberg": Richie Müller

Museums-Info


Logo des Deutschen Hutmuseums Lindenberg

Adresse
Deutsches Hutmuseum Lindenberg
Museumsplatz 1
88161 Lindenberg

Website
http://www.deutsches-hutmuseum.de/

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag: 9:30 – 17 Uhr
Für Schulklassen ist eine Führung ab 8.15 Uhr möglich
Montags geschlossen
An Feiertagen auch montags geöffnet
Geschlossen: Neujahr (01.01.), Faschingsdienstag, Maifeiertag (01.05.), Heiligabend (24.12.), 1. Weihnachtstag (25.12.), Silvester (31.12.)


Module im Einsatz

Modul Ticketing

Modul Ticketing

Dieses Modul ermöglicht Ihnen Administration und Vertrieb von Tickets an der Museumskasse und im Internet. Von Print@Home bis zu Jahreskarten bietet das System ein breites Spektrum an Möglichkeiten.


Modul Guide

Modul Guide

Mit dem Führungssystem organisieren und verkaufen Sie verschiedene Veranstaltungstypen. Führungen oder Veranstaltungen können Sie schnell und einfach anlegen.


Modul Merchandise

Modul Merchandise

Über dieses Modul mit einfacher Artikel- und Bestandsverwaltung können Sie zum Beispiel Postkarten, Kataloge oder wertvolle Kunsteditionen online, telefonisch und vor Ort verkaufen.


Onlineshop

Onlineshop

Über einen Onlineshop erreichen Sie Ihre Besucher weltweit und jederzeit. Durch das Onlineticket vermeiden Sie lange Schlangen an den Kassen oder verkaufen im Online-Museumsshop Kataloge auch nach den Öffnungszeiten.

Logo Deutsches Panzermuseum

"Der Einsatz von Visitate Software und Kassen hat uns auf vielen Ebenen Arbeitserleichterung verschafft und teilweise erst professionelles Arbeiten ermöglicht." erklärt Julia Engau vom Deutschen Panzermuseum. Mit den Modulen Ticketing und Merchandise sowie dem Onlineshop unterszützt Visitate seit 2013 das Besuchermanagement in Muster.

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