Tickets, Thesen, Testamente

Vor 500 Jahren soll Martin Luther seine 95 Thesen an die Schlosskirche genagelt haben. Der Widerhall dieses Hammerschlags ist bis heute zu spüren. Drei Nationale Sonderausstellungen beschäftigen sich in diesem Jahr mit der Reformation und Martin Luther.

Nina Mütze auf der ITB
Nina Mütze ist als Projektmanagerin verantwortlich für die Dachkommunikation der Nationalen Sonderausstellungen

Drei Ausstellungen, drei verschiedene Museen, drei Städte: In diesem Jahr stehen wenige Ausstellungen so im Fokus der Medien und Öffentlichkeit wie die drei Nationalen Sonderausstellungen zum Reformationsjubiläum. „Die drei Ausstellungen ergänzen sich, bauen aufeinander auf und bieten somit einen umfassenden Überblick über entscheidende Aspekte der Reformation. Der Besuch einer Ausstellung wird stets auf die anderen beiden neugierig machen.“ erklärt Nina Mütze, Projektmanagerin für die Dachkommunikation der Nationalen Sonderausstellungen bei der Staatlichen Geschäftsstelle „Luther 2017".

„Mit Wittenberg [Luther! 95 Schätze – 95 Menschen] und der Wartburg [Luther und die Deutschen] finden zwei der Ausstellungen an authentischen Luther-Orten statt, die an sich schon eine Entdeckung wert sind. Dritter Ausstellungsort ist Berlin [Der Luthereffekt. 500 Jahre Protestantismus in der Welt]: Mit ihrer religiösen und kulturellen Vielfalt steht die Bundeshauptstadt für die nationale und internationale Bedeutung der Reformation.“ so Mütze.

Die Ausstellungen sollen dabei nicht isoliert für sich stehen, obwohl jedes Thema in sich geschlossen besucht und erfahren werden kann. „Die volle Wucht der Reformation“, die der Slogan der Dachkampagne selbstbewusst verspricht, soll sich für die Besucher*innen aber durch die Zusammenschau und den Besuch aller drei Museen erschließen.

Anne-Katrin Ziesak, Frank-Walter Steinmeier, Monika Grütters und Ulrike Kretzschmar vor dem Gemälde "Dis sint de Sitten von Lapland"
Anne-Katrin Ziesak, Frank-Walter Steinmeier, Monika Grütters und Ulrike Kretzschmar (v.l.n.r.) vor dem Gemälde "Dis sint de Sitten von Lapland" im Ausstellungsbereich "Schweden" der Ausstellung "Der Luthereffekt"

Das Ticketing für dieses Vorhaben erforderte Planungsarbeit im Vorfeld für Nina Mütze und das Team der beteiligten Häuser: "Im Zuge der Entwicklung und Umsetzung der Dachkommunikation und -kampagne wurde schnell klar, dass ein gemeinsames Kombiticket unverzichtbar ist […]. "Die Museen arbeiten mit unterschiedlichen Kassensystemen und bis auf ein Haus hatten sie keine Erfahrungen mit Onlinetickets. Die gesuchte Lösung musste also mehrere Aufgaben adressieren und gleichzeitig in die Kommunikation der Dachkampagne eingebunden werden können. Fündig wurden die Macher*innen bei der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, für die Visitate 2015 bereits einen Onlineshop eingeführt hatte. Der Verkauf wurde demnach zweigleisig umgesetzt: Jedes Haus verkauft über das eigene System die Einzeltickets für die lokale Ausstellung, gesonderte Kombitickets für alle drei Standorte der Nationalen Sonderausstellungen liegen ebenfalls zum Verkauf bereit. Gleichzeitig findet der Onlineverkauf über das Visitate Modul Ticketing und den Onlineshop statt. Der Shop ist eingebunden in die Kampagnen-Website www.3xhammer.de, die ein zentrales Element für die Kommunikation der drei Ausstellungen darstellt: "Ein gemeinsamer Webauftritt ist insofern unabdingbar, da er die Möglichkeit bietet, die Ausstellungen gemeinsam zu kommunizieren und erlebbar zu machen. Hier wird klar, dass es sich bei den Nationalen Sonderausstellungen immer um drei handelt – und diese im Zuge der Dachkommunikation auch immer gemeinsam beworben werden. Zudem bietet die Website dem Nutzer die Möglichkeit, sich auf einer Plattform über alle drei Ausstellungen zu informieren, anstatt sich auf drei verschiedenen Websites der Museen mühsam die Informationen einzeln zusammenzusuchen."

Für die musikalische Untermalung des Festaktes bei der Eröffnung der Ausstellung "Luther und die Deutschen" sorgte das Blockflötenconsort des Instituts für Alte Musik der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar
Für die musikalische Untermalung des Festaktes bei der Eröffnung der Ausstellung "Luther und die Deutschen" sorgte das Blockflötenconsort des Instituts für Alte Musik der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar

Die Flexibilität des modularen Besuchermanagement-Systems von Visitate unterstützt diesen Ansatz und bietet darüber hinaus weitere Vorteile für die Besucher*innen: „Es ist den drei Museen wichtig, den potenziellen nationalen und internationalen Besuchern den Kauf möglichst leicht zu machen und ihnen dabei auf einen Blick zu verstehen zu geben, dass es sich um drei Ausstellungen handelt – die auch mit einem besonderen Kombiticket zu besuchen sind. Zudem bietet der Shop die Möglichkeit, für die Einzeltickets Zeitfenster zu hinterlegen und dem Besucher somit einen größeren Service zu bieten – er muss nicht an der Kasse warten, sondern kann direkt zum Einlass gehen.“ beschreibt Nina Mütze die Vorteile eines einheitlichen Online-Shops. In den ersten fünf Monaten seit Verkaufsstart wurden bereits mehr als eintausend Tickets online verkauft – noch vor Öffnung der ersten Ausstellung.

"Wir sind sehr froh, trotz einiger Hürden und vieler Abstimmungsprozesse die Entscheidung für das gemeinsame Ticketing und den Onlineshop getroffen zu haben. Die Kommunikation läuft so reibungslos und auch der Kartenverkauf funktioniert wunderbar. Die Besucher finden auf Anhieb, was sie suchen. Die Resonanz ist durchweg positiv – vor allem das Kombiticket hat sich zum Verkaufsschlager entwickelt - und wir hoffen, dass sich das in den nächsten Monaten bis zum 5. November so weiterentwickelt. Zudem sind wir sehr dankbar, mit Visitate einen kompetenten Partner gefunden zu haben, der sich auf alle unsere 'Extrawünsche' eingelassen und sie auch in der Umsetzung ermöglicht hat."

Bleibt noch die Frage, woher die Website ihre Domain und die Wortmarke „3xhammer.de“ hat. Nina Mütze klärt auf: „Alles begann mit dem Thesenanschlag – ob er so stattgefunden hat, wird von Historikern angezweifelt, aber dennoch wurde die Geschichte – dank starker Bilder – so überliefert und hat sich in den Köpfen eingebrannt. Bei der Geschichte des Thesenanschlags spielt der Hammer eine zentrale Rolle. Es ist das Werkzeug, das einen lauten Knall erzeugt, der lange nachhallt. Er ist das Symbol, das für Zerstörung steht, aber auch gleichzeitig für den Aufbau. Und er ist das Symbol, das im kollektiven Gedächtnis untrennbar mit Luther und der Reformation verbunden ist. Es wird aber nicht nur das Bild des Hammers verwendet, sondern auch der Begriff, denn „Hammer“ steht umgangssprachlich für etwas Großartiges, Überraschendes, Einzigartiges ... Attribute, die wir selbstbewusst auf die Sonderausstellungen übertragen.“

Alle drei Ausstellungen sind mittlerweile eröffnet – ein guter Zeitpunkt also, der „vollen Wucht der Reformation“ einen Besuch abzustatten.

Einzelnachweise der verwendeten Bilder: Martin Fischer, 2013 / Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt / Deutsches Historisches Museum/Wolfgang Siesing / Wartburg-Stiftung Eisenach/Rainer Salzmann

Museums-Info


Logo der Nationalen Sonderausstellungen

Ausstellungen
"Der Luthereffekt. 500 Jahre Protestantismus in der Welt" ist eine Ausstellung des Deutschen Historischen Museums. Sie findet im Martin-Gropius-Bau in Berlin statt.

"Luther und die Deutschen" ist eine Ausstellung der Wartburg-Stiftung und findet auf der Wartburg in Eisenach statt.

"Luther! 95 Schätze – 95 Menschen" ist eine Ausstellung der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt und findet im Augusteum in Lutherstadt Wittenberg statt.

Website
https://www.3xhammer.de

Öffnungszeiten
"Der Luthereffekt", Berlin:
Mi bis Mo von 10.00 – 19.00 Uhr, Di geschlossen, am 3. und 31. Oktober 2017 geöffnet

"Luther und die Deutschen", Eisenach:
täglich von 8.30–17.30 Uhr

"Luther! 95 Schätze – 95 Menschen", Lutherstadt Wittenberg:
täglich von 9.00 – 18.00 Uhr


Module im Einsatz

Modul Ticketing

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Dieses Modul ermöglicht Ihnen Administration und Vertrieb von Tickets an der Museumskasse und im Internet. Von Print@Home bis zu Jahreskarten bietet das System ein breites Spektrum an Möglichkeiten.


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